Im Gebetszentrum der methodistischen Freikirche des Pfarrers Prosper in Bouake werden Kranke an Baumwurzeln gefesselt, oftmals monatelang. Der Wurzelstrang wurde von der Gefangenen mit ihrer Kette beim Hin- und Herlaufen blankgeschliffen.
Der ehemalige Beamte des Landwirtschaftsministerium Sie Kouane ist nach seiner Erkrankung von seinen Brüdern im Heimat in einem dunklen Verhau eingekerkert worden. Sein linkes Handgelenk war mit einer Eisenklammer auf einen Baumstamm geschlagen worden. Am 29. August 2002 wird er nach drei Jahren von St. Camille befreit.
Der Gründer Gregoire Ahongbonon kämpft seit Jahrzehnten gegen die Grausamkeit, Kranke anzuketten. Er ist Träger mehrerer Menschenrechtspreise.
Nicole kratzt mit ihren Fingernägeln die Rinde des Baumstamms ab.
Der Plantagenarbeiter Joseph Yao Kouadis wurde von seiner Mutter ins Gebetszentrum gebracht. Er ist abseits der meisten angeketteten Kranken angepflockt, weil er die Messen durch sein Schreien stört.
Die sechsfache Großmutter Brou Monique hing etwa 15 Jahre lang an einer etwa 1,20 Meter langen Kette im Garten ihrer Familie. Am 28. August 2002 wurde sie von St.Camille befreit, avancierte in der Frauenpsychiatrie zur Chefköchin und lebt seit zwei Jahren wieder bei ihrer Familie.
Eine frisch eingelieferte junge Frau schläft im Hof des „Willkommens-Zentrums“ von St.Camille in Bouake. Sie ist schwer traumatisiert und soll langsam wieder aufgepäppelt werden.
Boko Kossia, Bondoukou, war mindestens fünf Jahre mit einer 20 Zentimeter langen Kette an diesem Baumstamm gebunden. Mehrere Jahre steckte ihr linker Arm zusätzlich in einer Eisenklammer, die im Bild zu sehen ist. Sie wurde am 29. August 2002 zusammen mit Sie Kouane befreit.
Farben, die fröhlich machen: Gregoire Ahongbonon hat das neue Rehazentrum für Frauen kunterbunt streichen lassen.
Im Zeichen des Kreuzes: In der neuen Kirche des Rehazentrums spricht Gregoire Ahonbongon über seinen Glauben, der ihn antreibt wie ein Motor.
Gregoire Ahongbonon muss den befreiten Marcellin Kouassi Kouadio stützen, weil seine verkümmerten Muskeln zu schwach sind zum Gehen.
Gewaschen, gekleidet, geherzt: Marcellin Kouassi Kouadio bedankt sich bei Gregoire Ahongbonon für die Rettung. Er spricht nur wenig und ganz leise. Während der Gefangenschaft ist er traumatisiert worden.
Gregoire Ahongbonon nimmt sich Zeit, um mit den Frauen und ihren Kindern zu reden. Die Frauenpsychiatrie, eine alte Kirche, liegt gleich neben der Universität von Boauke.
Es geht eng zu in den überfüllten Schlafsälen der Männerpsychiatrie. Die Kranken rollen ihre Matten auf den Betonboden aus.
Wie aus der Folterkammer: Die Eisenringe tragen Spuren von Körperfett und Haut. Ihr Opfer wäre fast darin gestorben.
Aus Scham wickelt Veronique einen Lappen um die Kette am Knöchel. Sie will nicht, dass andere sehen, dass sie am Baum gefangen ist. Die Männer des Dorfes fallen nachts über sie her und keiner hört auf die Schreie der Kranken.
Ihre eigenen Eltern haben Veronique zu einem angeblichen Heiler gebracht. Er hat sie am Rande des Dorfes an einen Baum gekettet, wo sie notdürftig versorgt wird.
Das Zentrum für die kranken Frauen ist wie ein kleines Dorf – mit Küche, Ruhezonen, Kirche und Spielfläche für die Kinder.
Die Befreiten werden zu Betreuern. Armand lag früher selbst an Ketten und ist heute im Männerzentrum einer, der die Neuzugänge wäscht, ihnen die Nägel schneidet und sie einkleidet.
Befreit von der Kette: Pauline arbeitet als Betreuerin in Frauenzentrum in Bouaké mit.
Ein mit Haut überzogenes Skelett. In 20 Jahren Isolation ist Andre Dembele abgemagert bis auf die Knochen.
Die Rückkehr in die Gesellschaft fängt beim Haareschneiden an. Andre Dembele lässt sich nach 20 Jahren in Eisenfesseln wortlos waschen und rasieren.
Mit Eisenklammern sind die Knöchel des 43-jährigen Benjamin in einem Holzstamm fixiert worden. Eineinhalb Jahre lang rutschte der psychisch Kranke rittlings auf dem Baum durchs Dorf. Bis zum Tag seiner Befreiung.
Zufluchtsort Männerzentrum Bouake: Es ist Tag eins nach seiner Befreiung und Andre Dembele zittert noch immer am ganzen Körper.
Eine Kranke im Gebetszentrum des Pfarrer Prosper. Sie erleidet einen epileptischen Anfall.
Eine junge Frau, Nicole, wird isoliert am Rande eines Gebetszentrum in Bouake gehalten. Sie war früher Zimmermädchen in einem Hotel in Abijan. Ganz offensichtlich ist sie dem Missbrauch der „Apostel“ des Gebetszentrums ausgesetzt.
Der einzige Besitz der angeketteten Kranken: eine Plastikplane gegen den Regen.
Der Plantagenarbeiter Joseph Yao Kouadis wurde von seiner Mutter ins Gebetszentrum gebracht. Er ist abseits der meisten angeketteten Kranken angepflockt, weil er die Messen durch sein Schreien stört
Brou Monique hing etwa 15 Jahre lang an einer etwa 1,20 Meter langen Kette im Garten ihrer Familie. Am 28. August 2002 wurde sie von St.Camille befreit, avancierte in der Frauenpsychiatrie zur Chefköchin und lebt seit zwei Jahren wieder bei ihrer Familie.
Das Willkommens-Zentrum Nimbo von St.Camille in Bouake.
Eine Angekettete im Gebetszentrum des Pfarrer Prosper.
Ein Schweizer Hilfsverein hat den Bau des Rehazentrums in Bouake finanziert. Gregoire Ahongbonon lässt dort Köchinnen, Schneiderinnen und Gärtnerinnen ausbilden.
Eine Plastikmatte, ein Kanister mit Wasser und etwas Schatten vom Baum, unter dem er angekettet war. Marcellin Kouassi Kouadio ist schwer traumatisiert, als Gregoire Ahongbonon ihn in einem sogenannten Gebetszentrum von der Kette holt.
Auf dem Pickup in die Freiheit: Marcellin Kouassi Kouadio (Bildmitte) hält sich nach drei Monaten Gefangenschaft an seiner Bibel fest.
Wieder zurück in der Familie: An die Vorhängeschlösser an ihren Füßen erinnert sich Monique (rechts im Bild) nicht mehr. Sieben Jahre war sie angekettet. Heute lebt sie in Yamassoukro bei ihren Kindern, verkauft Palmöl in einer Bude an der Straße und erhält noch immer Psychopharmaka von St. Camille. Ihr Sohn Desire lebte mit seiner Mutter etliche Jahre in einem der vermeintlichen Gebetszentren.
Der ehemalige Beamte des Landwirtschaftsministerium Sie Kouane ist nach seiner Erkrankung von seinen Brüdern im Heimat in einem dunklen Verhau eingekerkert worden. Sein linkes Handgelenk war mit einer Eisenklammer auf einen Baumstamm geschlagen worden. Am 29. August 2002 wird er nach drei Jahren von St. Camille befreit.
Mit offenen Armen werden Besucher in der Frauenpsychiatrie von einer Bewohnerin empfangen.
Dank der Reutlinger Freundeskreises St. Camille kommen regelmäßig Medikamente in die Zentren.
„Ich habe Durst“, fleht Armand. Er hat seit Tagen nichts gegessen und getrunken. Das Fasten treibe den Dämon aus, sagt die Chefin des Sektenzentrums in Oko und will den psychisch Kranken mit Gebeten heilen.
Drei Jahre unterm Baum: Die schizophrene Veronique ist dem tropischem Regen und der Hitze ausgeliefert. Gregoire Ahongbonon hat sie befreit und in sein Frauenzentrum in Bouake gebracht.
Medikamentenausgabe im Frauenzentrum Chu: Es werden hauptsächlich Psychopharmaka und Antidepressiva verteilt.
Offene Kirche: Die Frauen schlagen ihre Matten rund um den Altar auf. Tagsüber wird hier gegessen, gespielt und gesungen.
Musik heilt. Daran glaubt Eric. Er leitet das Männerzentrum in Bouake und die Trommelgruppe. Seine Eltern hatten ihn jahrelang in einem dunklen Zimmer eingesperrt, weil sie glaubten seine Schizophrenie sei nicht anders zu bekämpfen.
Eine Eisenstange zwischen die Knöcheln. Andre Dembele kann nur winzige Schritte machen.
Der Bruder von Andre Dembele lässt sich überzeugen, die Eisenfessel zu öffnen. Der psychisch Kranke wird anschließend ins Männerzentrum nach Bouake gebracht und aufgepäppelt.
Gekrümmt wie ein Vogelschnabel: Die Nägel von Andre Dembele sind in jahrelanger Gefangenschaft gewachsen.
Eingeseift von der Zehe bis zum Scheitel: Andre Dembele wird nach seiner Ankunft im Männerzentrum gründlich gewaschen.